Die Religion war in ihrem Kern polytheistisch, mit verschiedenen
Göttergeschlechtern (zum Beispiel dem der Titanen), zahlreichen
Naturdämonen, Ortsgöttern und Halbgöttern. Einen
geschlossenen Priesterstand gab es nicht, sondern bestimmten
Heiligtümern zugeordnete Priester, ferner Seher und Wahrsager.
Die ältesten Quellen sind unter anderem Homers Ilias und
Odyssee sowie Hesiods Theogonie. Homer und Hesiod brachten die
Götter in eine bestimmte Ordnung: Aus lokalen Götterkulten
mit weit gehenden Zuständigkeiten wird ein funktional differenzierter
Götterkosmos.
Diese Mythologie wurde von den Römern unter analoger Götter-Zuordnung
griechischer zu römischen Gottheiten teilweise übernommen.
Sie hat trotz Christianisierung und Wegfall der Götterverehrung
die Jahrtausende überdauert. Die Gestalten der griechischen
Mythologie haben immer wieder die Vorlagen für neuere Werke
der Kultur geliefert. Ungezählt sind die Gemälde, Opern
oder Theaterstücke, die den antiken Stoff neu aufnehmen
und verarbeiten.
Mythos (griechisch mýthos) bedeutet ursprünglich "Rede", "Kunde" oder "Überlieferung",
später verschiebt sich die Bedeutung mehr auf das Unwahrscheinliche.
Bereits antike Autoren verändern den Stoff erheblich, so
dass man teilweise unterschiedliche Abstammungen und/oder Nachkommen
bei den einzelnen Gestalten finden kann. |